Wirtschaft & Entwicklung

Fachstelle vertritt die Interessen von Patienten und Ärzten

Kategorie: Wirtschaft & Entwicklung
Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 26. November 2014 16:47
Geschrieben von Brigitta Möllermann
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Landrat Manfred Görig (links) und Renate Meudt (Leiterin des Gesundheitsamtes, rechts) stellten Dr. Sigrid Stahl von der Fachstelle gesundheitliche Versorgung im Vogelsbergkreis vor (c) Pressestelle Vogelsbergkreis

Seit 1. März gibt es im Vogelsbergkreis die von Landrat Manfred Görig gewünschte Fachstelle „Gesundheitliche Versorgung“. Sie befasst sich mit allen Fragen der zukünftigen gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung des Vogelsbergkreises und ist am Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises in Lauterbach angesiedelt. Verantwortlich für dieses Ressort ist Dr. (PH) Sigrid Stahl. Sie habe die Aufgabe, so der Landrat, sowohl die Interessen der Ärztinnen und Ärzte als auch der Patientinnen und Patienten zu vertreten.

Der demografische Wandel hat aus Sicht von Landrat Görig die Schaffung der Fachstelle dringend notwendig gemacht. Die Veränderungen der Altersstruktur der Bevölkerung erfordern Anpassungen auf Seiten des Gesundheitswesens. Wie diese bewältigt werden können und welche Maßnahmen dazu erforderlich sind, wird eine der Hauptaufgaben der Fachstelle sein.

Frau Dr. Stahl wird eine beratende und koordinierende Funktion zwischen den vielfältigen Akteuren im Gesundheitswesen einnehmen. Die Adressaten der neu eingerichteten Stelle sind zum Beispiel: niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Pflegedienste und  Pflegeheime. Ein wesentlicher Schwerpunkt: Entwicklung einer regionalen Strategie zum Aufbau einer dauerhaften (haus-)ärztlichen Versorgungsstruktur sowie die Koordination der entsprechenden Umsetzung.

Wie kann es gelingen, junge Medizinerinnen und Mediziner nach ihrem Studium gerade in den Vogelsbergkreis zu holen? Hier soll der in Kürze startende „Weiterbildungsverbund für Allgemeinmedizin“ seine Wirkung entfalten. Frau Dr. Stahl wird innerhalb des Verbundes die angehenden Hausärzte eingehend beraten. Diese Zielgruppe wird dann auch bei einer möglichen Niederlassung unterstützt. Zu erreichen ist Frau Dr. Stahl per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die nächsten Schritte:

Frau Dr. Stahl wird zunächst die regionalen Strukturen und die in ihnen handelnden Personen erschließen. Sie wird Ansprechperson im beschriebenen Weiterbildungsverbund für Allgemeinmedizin sein und sich in etliche Arbeitskreise einbringen. Darüber hinaus wird sie mit Projekten befasst sein, die eine Entlastung der Hausärzte durch speziell geschulte Fachkräfte vorsehen. In diesem Zusammenhang ist auch angedacht, einen Begleitdienst für diejenigen Patienten zu organisieren, die nicht selbstständig die Praxis erreichen können.

Zur Person:

Dr. Sigrid Stahl bringt aus Sicht des Landrats und der Leiterin des Gesundheitsamts eine sehr breite Erfahrungspalette aus Theorie und Praxis in die anspruchsvolle neue Aufgabe ein.

Die gelernte Krankenschwester hat im Klinikum Minden ihre Ausbildung absolviert und dort in unterschiedlichen Abteilungen gearbeitet. Sie hat dann den  Akademisierungsprozess in der Pflege zum Anlass genommen, an der Hochschule Fulda ein Pflegestudium anzuschließen. Abschluss: Diplom-Pflegewirtin (FH).

Nach diesem Studium suchte Frau Dr. Stahl den Weg zurück in die Praxis: sie arbeitete im Bereich des Entlassungsmanagements (sog. „Brückenpflege“) für Schwerstkranke Patienten im Hegau-Klinikum in Singen am Bodensee.

Von 2001 bis 2007 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich „Pflege und Gesundheit“  der Hochschule Fulda und studierte gleichzeitig an der Universität Bielefeld Gesundheitswissenschaften mit dem Abschluss „Master of Public Health“. Sie promovierte anschließend an der dortigen Fakultät für Gesundheitswissenschaften bei Prof. Dr. Doris Schaeffer und Prof. Dr. Klaus Hurrelmann.