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Vulkan & Tourismus

Start in den Vogelsberger Frühling

Frühling im Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de
Frühling im Vogelsberg (c) Brigitta Möllermann

Es kommt auf den Blickwinkel an

Etwas abseits vom Geschehen der hessischen Städte Gießen, Fulda, Frankfurt am Main und Hanau findet man den Vogelsberg, eingebettet zwischen vier Autobahnen - der A 45 westlich, der A 5 im Norden, der A 7 im Osten und der A 66 am südlichen Rand: Ein Mittelgebirge vulkanischen Ursprungs von etwa 60 Kilometern Durchmesser. Sein höchste Erhebung, der Taufstein mit 773 m, liegt verborgen im Wald in einem Naturschutzgebiet.

Doch Höhe, Breite und Länge allein sagen nichts über die Güte eines Objektes aus. Um etwas attraktiv und interessant zu finden und Lust zu bekommen, es zu entdecken, braucht es mehr als einen höchsten Berg, die allerneuste Offerte für Touristen und eine möglichst große Ausdehnung.

Segler auf der Niddatalsperre: Ab Ostern ist Saison (c) HESSENMAGAZIN.de
Segler auf der Niddatalsperre: Ab Ostern ist Saison (c) Brigitta Möllermann

Bird's Mountain, wie der Vogelsberg von seinen Einwohnern oft liebevoll genannt wird, bietet eine Menge Freizeitqualität. Die Gegend ist ideal für sportliche Aktivitäten, relativ schneesicher im Winter, windig genug für Segler auf der Niddatalsperre bei Schotten und auf dem Nieder-Mooser See.

Wanderwege, Feldwege für Reiter und Radtrassen gibt es reichlich. In den Wäldern wird nordic gewalkt und gelaufen. Auch die Motorradfahrer haben den Vogelsberg entdeckt. Und im Himmel kreisen nicht nur seltene Vogelarten, sondern auch Segel- und Ultraleichtflieger, die an den Wochenenden von kleinen Flugplätzen im Vogelsberg starten.

Eine Melodie mit passenden Akkorden

Das Wetter ab 300 bis über 700 Meter ü. NN hat schon früher Besucher dazu verleitet, dieser Gegend den Namen "Hessisch Sibirien" zu geben. Einsam ist es da, meistens kühler - und sehr still, vor allem, wenn nachts die Sterne am Himmel stehen, hell und scheinbar in größerer Anzahl anderswo.

Zur Schlafenszeit ist wenig los, fast hat man das Gefühl, gar nichts. Nur die Landschaft begleitet einen, und ab und zu glänzen im Scheinwerferlicht ein paar Augen aus dem Waldrand: Rehe oder Füchse.

Blick über die Mooser Seen (c) HESSENMAGAZIN.de
Blick über die Mooser Seen (c) Brigitta Möllermann

Am Tag ist es wunderschön, durch die Landschaft zu "cruisen", unterwegs zu sein über die Hügel und Kuppen und weit über die Hochebenen des Naturparks zu schauen. Alles geht seinen eigenen Gang. Lernt man, genau hinzuschauen, bemerkt man in der ehemaligen Vulkanregion eine Menge Ungewöhnliches, Traditionelles sowie unzählige verborgene Schönheiten.

In der ganzen Region spielt die Natur die erste Geige. Sie harmonisiert und bringt das eine oder andere in uns in Einklang. Aber auch Lebensqualität und Erholungswert zählen dazu. Viele, die in den Vogelsberg gezogen sind, wollen irgendwann nicht mehr fort. Das mag daran liegen, dass es nicht schwer ist, sich in dieser Gegend mit guter Nachbarschaft und freundlichen Menschen zu Hause zu fühlen.

Blocksteinfelder eines ehemaligen Vulkanschlotes (c) Brigitta Möllermann

Blocksteinfelder eines ehemaligen Vulkanschlotes (c) Brigitta Möllermann

Entdeckungen im Oberwald

Wer im spärlich besiedelten Vogelsberg unterwegs ist, legt viele Kilometer auf schmalen Landstraßen zurück. Dörfer und Städtchen sind verbunden durch ein Straßennetz, das an alte Wanderwege und Postkutschenstrecken erinnert.

Auffällig dabei ist, wie oft die Asphaltbahnen in den Himmel zu führen scheinen. Das liegt an den langgestreckten Hochebenen, über denen sich nichts als das Firmament wölbt - ein Grund wohl auch für das strahlend helle Licht, so wie am Meer.

Wenn man im Schottener Wald bei Busenborn den schroffen Bilstein-Felsen erklimmt, kann man sich dieser faszinierenden Kombination aus Höhe und Licht nicht entziehen: Von 666 Meter Höhe sieht man über die Baumwipfel hinunter bis in die Wetterau und kneift dabei entzückt und gebannt unwillkürlich die Augen zu.

Ganz oben im Vogelsberg sind keine Dörfer zu finden. Niemand wollte je dort wohnen, wo der Wind aus allen Richtungen heran pfeift, plötzlich aufkommender Nebel die Sicht versperren kann und die Böden der Kuppen besonders steinig sind. Bis heute ist die Abgeschiedenheit der unbesiedelten Höhen im Vogelsberg spürbar.

Ein Gefühl der Erhabenheit erfasst einen zwischen den Bäumen des Waldes, gepaart mit leichtem Schauder, verloren zu gehen. Eventuell ließ die Magie der einsamen Höhen früher sogar geschehen, was in tiefer gelegenen Orten nicht möglich war.

Bonifatius soll im Vogelsberg von einer Naturkanzel gepredigt und Heiden getauft haben. Wilde Frauen trieben überall ihr Unwesen, und sogar den Teufel will man beim Karten spielen im Wald getroffen haben.

Die Ringstrasse Hoher Vogelsberg im Oberwald (c) HESSENMAGAZIN.de
Die Ringstrasse Hoher Vogelsberg im Oberwald (c) Brigitta Möllermann

Vieles davon werden die Naturführer bei Ausflügen zu den Forellenteichen, den geheimnisvollen magnetischen Felsbrocken am Geiselstein und der klar sprudelnden Niddaquelle berichten. Und vielleicht verraten sie dann auch, warum im Moor der Breungeshainer Heide die Bäche in zwei verschiedene Himmelsrichtungen davon plätschern.

Eine gute Beschreibung für eigene Erkundungungen dieser Highlights am Rundwanderweg H (Höhenweg) findet man in den VulTOUR-Reiseführern "Rund um den Hoherodskopf und Schotten". Darin wird die komplette Oberwaldregion des Hohen Vogelsbergs ausführlich vorgestellt.

Quelle: www.VulTOUR.de

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2018 Vogelsberg