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Vulkan & Tourismus

Erinnern sie sich noch an die Sommerattraktion 2015 auf dem Hoherodskopf?

Freefall - Sprungturm auf dem Hoherodskopf (c) Brigitta Möllermann

Freefall - Sprungturm auf dem Hoherodskopf (c) Brigitta Möllermann

Einige Wochen lang stand dieser Sprungturm unübersehbar direkt auf dem Vogelsberger Hausberg. Eine Menge mutiger Leute ließ sich in dieser Zeit von der 6 bzw. 9 Meter hohen Plattform auf ein dickes Luftkissen hinunterfallen und zahlte für den Adrenalinkick plus ein paar Blessuren freiwillig auch noch Geld (zwei Sprünge: 9,90 Euro). Osthessen-News rührte dazu fleißig die Werbetrommel - sogar per Video <-KLICK, bis der erste Unfall geschah.

Ein 12-jähriges Mädchen verletzte sich schwer nach ihrem Sprung, als es nicht richtig auf dem Kissen landete, sondern auf dem ungesicherten Rand. Es wurde bewußtlos mit dem Hubschrauber ins Krankenkaus geflogen. Dort lag es im Koma, bis es nach vier Wochen starb.

Die Fuldaer Zeitung berichtete sachlich darüber: HIER <-KLICK.

Und kurz darauf war auch Osthessen-News wieder an der Sache dran, nun aber unter einem ganz anderen - sentimentalen Aspekt: HIER <-KLICK.

Der Fall wurde untersucht. Lange war nicht klar, ob eine Anklage gegen den Betreiber, den Kletterwald auf dem "Erlebnisberg Hoherodskopf" <-KLICK erhoben werden konnte und ob es überhaupt ein Frendverschulden gegeben hatte.

Anfang Oktober 2017 gab die Staatsanwaltschaft Gießen über das Presseportal der Polizei Osthessen folgende Meldung heraus:

Anklageerhebung nach Tod auf Sprungturm in Schotten

Die Staatsanwaltschaft Gießen hat im Falle des Todes eines 12-jährigen Mädchens auf einem Freefall-Tower auf dem Hoherodskopf in Schotten Anklage gegen drei Männer erhoben. Im August 2015 kam das Kind bei einem unkontrollierten Sprung von der Anlage ums Leben, nachdem sie von der Umrandung des Sprungkissens abprallte und mit dem Kopf auf einen Felsbrocken aufschlug.

Den 43-jährigen und 41-jährigen, im Wetteraukreis lebenden Betreibern des dortigen Kletterparks sowie einem 27-jährigen vor Ort als Einweiser tätigen Mitarbeiter aus dem Vogelsbergkreis wird vorgeworfen, durch Fahrlässigkeit den Tod der 12-Jährigen verursacht zu haben.

Den Betreibern wird unter anderem zur Last gelegt, die Aufbauanweisung im Hinblick auf den freizuhaltenden Sicherheitsbereich missachtet zu haben und auch bezüglich der Positionierung der Absprungplattform Gebote der Verkehrssicherung nicht eingehalten zu haben.

Dem 27-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft vor, als am Freefall-Tower tätiger Einweiser den Sprung nicht abgebrochen zu haben, obwohl das verängstigte und überforderte Mädchen deutlich erkennbar nicht in der Lage war, den Sprung sicher auszuführen, und bereits einen Sprungversuch abgebrochen hatte.

Rückfragen an: Pressestelle der Staatsanwaltschaft Gießen - 0641-934-3215 (StA Hauburger)

Quelle / Original-Content der Polizei Vogelsberg (Alsfeld, Lauterbach)

2017 Vogelsberg