Land & Leute

Kampagne 'Mein Vogelsberg': Seine Heimat kennen und sich dafür einsetzen

Kategorie: Land & Leute
Zuletzt aktualisiert: Montag, 13. Juli 2015 12:04
Geschrieben von Brigitta Möllermann
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Für die Kampagne wurde extra ein eigenes Logo entwickelt (c) JU

Für die Kampagne wurde extra ein eigenes Logo entwickelt (c) JU

Reden sich manche Regionen schlechter, als sie in der Tat sind? Eine Fragestellung, die sich die Junge Union Vogelsberg in eigener Weise stellte und versuchte zu beantworten. Sie startete die Kampagne „Mein Vogelsberg“ mit dem Ziel, sich intensiv mit der Heimat zu beschäftigen.

"Was hat der Vogelsberg zu bieten und welchen Herausforderungen sehen wir uns in der Zukunft gegenüber?“, fragte Jennifer Gießler, Kreisvorsitzende der JU Vogelsberg. Unter Beteiligung der Betroffenen sollen Ideen und Lösungsansätze entwickelt werden, um den Landkreis auch weiterhin als attraktiven Lebensort zu halten.

Erste Anregungen konnten bei einer Stadtbesichtigung der größten (Alsfeld) und kleinsten (Antrifttal / knapp 2000 Einwohner) Kommune des Vogelsbergkreises gesammelt werden. In Ruhlkirchen, einem Ortsteil von Antrifttal, ließ es sich der dortige Bürgermeister Dietmar Krist nicht nehmen, die Teilnehmer persönlich durch das Dorf zu führen.

Der Rundgang begann am inzwischen selten genutzten Festplatz und führte u. a. am Asylbewerberwohnheim vorbei. „Hier sehen Sie unseren größten Bevölkerungszuwachs der Gemeinde“, berichtete Krist.

Dorfrundgang mit Bürgermeister, links, und JU-Vorsitzender, Jennifer Gießler, vorne Mitte (c) Junge Union

Dorfrundgang mit Bürgermeister, links, und JU-Vorsitzender, Jennifer Gießler, vorne Mitte (c) Junge Union

Generell ist jedoch seit Jahren ein Rückgang der Bevölkerung zu verzeichnen, sodass viele Häuser leer stehen. Notwendig war deswegen sogar die Zusammenlegung von Schulklassen aufgrund der geringen Kinderzahl in der örtlichen Grundschule. Ein Umstand, der sich jedoch letztendlich positiv auswirkte, da eine gegenseitige Förderkultur zwischen den Schülern entstanden sei.

Von besonderem Interesse waren bei der Besichtigung die Windräder und das kürzlich errichte Gemeindezentrum, welches dem Ortskern ein modernes "Gesicht" verleiht. Trotzdem wurde im anschließenden Gespräch festgehalten, dass es neuer tiefgreifender Konzepte bedarf, um die Region und die kleinen Orte vor dem "Aussterben" zu bewahren. Hierunter könnten sowohl ein anderes Verständnis von „Alter“, als auch die Herausstellung von Alleinstellungsmerkmalen sein.

Passend zum Thema berichtete Sonja Müller im Landesfachausschuss Soziales und Gesundheit der CDU Hessen unter dem Motto „Soziale Infrastruktur im ländlichen Raum“ von der Ortsbegehung und den Herausforderungen, welchen sich die Gemeinde Antrifttal gegenüber sieht.


Fragebogen: Der Vogelsberg ist unsere Heimat. Was bedeutet das für Sie?

Kurt Wiegel, MdL: "... wo ich Zuhause bin, wo meine Wurzeln sind, wo ich mich wohlfühle."

Jens Mischak, Kreisvorsitzender CDU Vogelsberg: "... Geborgenheit, Natur, Lauterbacher Bier, Tradition, Verantwortung, Herzlichkeit"

Jennifer Gießler, Kreisvorsitzende Junge Union Vogelsberg: "... Der Ort, wo mein Herz ist, wo ich aufgewachsen bin, wo jeder Platz eine eigene Erinnerung weckt. Heimat ist ein Gefühl. Hier möchte ich bleiben, hier fühle ich mich wohl."

Michael Ruhl, Ehrenkreisvorsitzender: ".... Nach Hause kommen, Vertrauen, Nachbarschaft und Gemeinschaftssinn, Vereine, Tradition und die Herbsteiner Foaselt"

Dietmar Krist, Bürgermeister der Gemeinde Antrifttal: "... Da wo jeder jeden kennt, eine feste Gemeinschaft ist, wo man sich wohl fühlt, wo man miteinander feiert."


Suche nach neuen Perspektiven für den Ländlichen Raum

Die wirtschaftliche Lage des Landkreises stand vor kurzem im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde der Jungen Union Vogelsberg im Gasthof Graulich in Schwalmtal-Rainrod. Neben dem Hauptredner Dr. Helge Braun (Gießen), Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Wahlkreisabgeordneter für Gießen/Alsfeld im deutschen Bundestag, konnte JU-Kreisvorsitzende Jennifer Gießler (Lauterbach) auch den Bürgermeister Stefan Paule (Alsfeld) und Ewald Hofmann (Schwalmtal), Kreisvorsitzender der Vogelsberger Seniorenunion, bei der Veranstaltung begrüßen.

Im ländlichen Raum leben 50 Prozent der deutschen Bevölkerung

Neue Perspektiven ergeben sich durch den Breitbandausbau: Der Bund tue finanziell eine Menge, um den Breitbandausbau im ländlichen Raum zu fördern, betonte Staatsminister Braun. Der "Traum vom Landleben im Kontext der Digitalisierung“ konnte damit auch für junge Familien ermöglicht werden und damit das fortschreitende Problem vom Leerstand in den Ortschaften gemindert und eine Verjüngung der Gesellschaft erreicht werden.

Ein weiterer entscheidender Faktor wäre die Bildungsinfrastruktur: Gut ausgestattete Ausbildungsstätten böten einen Anreiz zur Zuwanderung und den Verbleib der Bevölkerung im Vogelsbergkreis. Auch Arbeitsplätze, vor allem im Dienstleistungssektor, könnten dezentralisiert und im ländlichen Raum angesiedelt werden. Derzeit wären lediglich 1,4% (1.630 von insgesamt 118.650 Stellen) des Personals des Landes Hessen im Vogelsberg tätig.

Themen waren zudem Denkmalschutz, der möglicherweise Entwicklungspotenziale einschränkt, sowie die Gewinnung von Landärzten. Helge Braun, selbst promovierter Mediziner, sprach sich für die aktive Anwerbung von potenziellen Kandidaten aus.

Die Ergebnisse der Veranstaltung waren nach Einschätzung der Kreisvorsitzende  der JU, Jennifer Gießler, ein voller Erfolg.

Quelle: Junge Union Vogelsberg


Anmerkung der Redaktion - Brigitta Möllermann

Vogelsberg - Sticker (c) HESSENMAGAZIN.de

Vogelsberg - Sticker (c) HESSENMAGAZIN.de

Normalerweise veröffentlichen wir keine politischen Meldungen. Doch in der Frage dieser Kampagne: "Reden sich manche Regionen schlechter, als sie in der Tat sind?" lag eine Menge Informationspotential, sodass wir bei Jennifer Gießler nachfragten, ob wir das (vorläufige?) Ergebnis zur Veröffentlichung bekommen könnten. Beantwortet wurde die Frage darin zwar nicht. Doch aufgeben will anscheinend auch niemand - vor allem nicht die jungen Vogelsberger.

Und deswegen sind auch wir der Meinung, der Vogelsberg stirbt garantiert nicht aus, so wie manche Medien es nur zu gerne behaupten. Wir müssen nur unser Image noch ein wenig aufpolieren :-)

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