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Kultur & Bildung

Leben am Vulkan in Bildern der 1990er Jahre

Auf der Vernissage begrüßte Bürgermeisternin Susanne Schaab die Gäste (c) Brigitta Möllermann

Auf der Vernissage begrüßte Bürgermeisternin Susanne Schaab die Gäste (c) Brigitta Möllermann

Am Samstag, den 27. Januar 2018, wurde im Foyer des Vulkaneums die Ausstellung "Leben auf dem Vulkan" mit 14 Gemälden aus den Jahren 1992-99 des Schottener Künstlers und Ehrenbürgers Hans Stock eröffnet. Sie ist bis Mitte März dort eintrittsfrei zu besuchen. Eins der Bilder hat die Stadt erworben, um es dauerhaft im Vulkaneum zu präsentieren.

Der Künstler (vorne links) neben einer seiner Töchter (c) Brigitta Möllermann

Der Künstler (vorne links) neben einer seiner Töchter (c) Brigitta Möllermann

Susanne Schaab ehrte mit ihren Worten den Maler als besondere Persönlichkeit, die auch Skulpturen und Keramiken geschaffen hat. Nicht unerwähnt ließ sie seine Arbeit als Lehrer in Schotten und nannte sogar einige Schüler - u. a. sich selbst. Stock war ebenfalls als Gestalter beteiltigt an der Ausgestaltung der Festhalle, des örtlichen Krankenhauses, den Kirchen sowie bei der Illustration von Schulbüchern.

Hans Stock konterte charmant bei seiner zweiten Bilderausstellung in Schotten, diesmal im Vulkaneum (c) Brigitta Möllermann

Hans Stock konterte charmant bei seiner zweiten Bilderausstellung in Schotten, diesmal im Vulkaneum (c) Brigitta Möllermann

Der Künstler bedankte sich bei den Anwesenden, seinen Helfern und seinen beiden Töchtern. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass es hier im Vulkaneum letztendlich nun eine Bürgergalerie „en miniature“ gäbe, und zwar ähnlich wie die von ihm lange erhoffte Plattform für Kunst und Kultur in Schotten.

Tochter Eva Maria Stock, selbst Architektin, Dipl.-Ing. und Master of Art hielt die Eröffnungsrede (c) Brigitta Möllermann

Tochter Eva Maria Stock, selbst Architektin, Dipl.-Ing. und Master of Art hielt die Eröffnungsrede (c) Brigitta Möllermann

Im Verhältnis von Kunst und Pädagogik

90 Jahre alt ist der Maler und Kunstpädagoge Hans Stock aus Schotten, der den Krieg überlebte und viele Jahre als Lehrer im Vogelsberg wirkte. Bis zum heutigen Tag malt er noch täglich zu Hause in seinem Kunst- und Keramikatelier, wie seine Töchter berichteten.

Hans Stock ist einer der letzten Schüler des ehemaligen Bauhausmeisters Johannes Itten, einem Maler und Glaskünstler, der Farben- und Gestaltungslehre unterrichtete und seine Erkenntnisse darüber 1961 in dem Buch „Kunst der Farbe“ veröffentlichte. Viele Arbeiten von ihm zeigen sich inspiriert von den Lehren Ittens, bei dem er Seminare besuchte.

Hans Stock im Gespräch mit Gästen (c) Brigitta Möllermann

Hans Stock im Gespräch mit Gästen (c) Brigitta Möllermann

Für seine eigene Forschung und Vorträge zum Thema „Was ist Kunst“ ist Stock selbst in einem 60-Seiten-Manuskript der Idee nachgegangen, ob Kunstwerke und ästhetische Theorien die Frage beantworten können. Letztendlich kam er zu dem Schluss, dass es eine genaue Definition von Kunst nicht geben kann. Auch Schönheit ist ein weiter Begriff und „liegt im Auge des Betrachters“.

Im Dialog mit den Bildern

Eva Maria Stock berichtete, dass die Malerei ihres Vaters dieser persönlichen Deutung unterliege. Auf seinen großformatigen Bildern dominieren Farben ohne Umrisse. Die vulkanische Materie erschließe sich im Ausdruck von Licht, Feuer und Wasser.

Come Together im Foyer (c) Brigitta Möllermann

Come Together im Foyer (c) Brigitta Möllermann

Und da Natur nicht statisch ist, sondern beständig ihren Zustand wechselt, bediene er sich der Weltanschauung des „panta rhei“ aus dem antiken Griechenland. Was bedeutet: Alles fließt und nichts bleibt, es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln.

Philosophisch gesehen steht diese "Formel" im Fokus von Heraklit bis Goethe.

Letzerer schrieb in seinem Gedicht "Eins und Alles":

Es soll sich regen, schaffend handeln
Erst sich gestalten, dann verwandeln
Nur scheinbar stehts Momente still
Das Ewige regt sich fort in allen
Denn alles muß in Nichts zerfallen
Wenn es im Sein beharren will

Gruppenbild für die Medien (c) Brigitta Möllermann

Gruppenbild für die Medien (c) Brigitta Möllermann


Auf dem Foto von rechts: Eva Maria Stock, Hans Stock, Bürgermeisterin Susanne Schaab, Stadtrat Hans-Jürgen Jochim, Stadtverordnetenvorsteher Hans Dieter Herget, Ralph Koster, Tourismus und Stadtmarketing Schotten

Zur Erhaltung und für den Austausch seiner Kraft und Energie ist es Hans Stock deswegen wohl auch wichtig, bei seiner Kunst vom Erkennbaren der realen Welt wegzukommen. Deswegen haben seine Werke Symbolcharakter und sind beeindruckender Ausdruck der Innenwelt des Künstlers.

Die Bilder (60x80 cm bis 140x140 cm) tragen die Titel:

  1. Progressus ad infinitum
  2. Wie ein Bachbett
  3. Als stiegen sie im Frühling auf
  4. panta rhei
  5. Wie sich alles auflösen - wir
  6. Himmelsleiter
  7. Anfang
  8. Öffnen der großen Tür
  9. Zwischenräume
  10. Mutter der WElt
  11. Eruption 1
  12. Wie ein Baum
  13. Lanzarote-Zyklus
  14. Schattenbild

Quelle: Brigitta Möllermann


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