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Jugend & Partizipation

bhvb – arbeiten. wohnen. begleiten. beraten.

Rundgang: Jugenddezernent Dr. Mischak (3.v.l.) zu Gast bei der Behindertenhilfe (c) Vogelsbergkreis

Rundgang: Jugenddezernent Dr. Mischak (3.v.l.) zu Gast bei der Behindertenhilfe (c) Vogelsbergkreis

Vizelandrat und Jugenddezernent Dr. Jens Mischak war Mitte Dezember 2016 zusammen mit der Jugendamtsleiterin Dagmar Scherer (Foto: 2.v.l.) zu Gast bei der Behindertenhilfe Vogelsbergkreis (bhvb), um sich über die Einrichtung und ihr breit gefächertes Angebot zu informieren. An den drei Standorten Herbstein, Lauterbach und Alsfeld-Altenburg erfahren Menschen mit Handicaps – egal ob mit seelischen, geistigen oder körperlichen Einschränkungen – große Unterstützung in ihrem Lebens- und Arbeitsalltag im Vogelsberg.

Mit einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) hat die bhvb vor rund einem Jahr Neuland betreten, das weiter ausgebaut werden soll. Weitere Themen waren die Inklusion und die Sozialraumorientierung.

Die Vorstandsvorsitzende Katja Diehl (Foto: 1.v.l.), die den Fachbereich Verwaltung und Beratung leitet, gab einen ersten Überblick: Die Behindertenhilfe beschäftigt 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in überwiegend sozialpädagogischen oder anderweitig höherqualifizierten Berufen.

Rund 530 behinderten Menschen wird an den vier Standorten die Teilnahme am Arbeitsleben ermöglicht, 130 Menschen finden im stationären und dem stationär begleiteten Bereich sowie weitere 80 Menschen im ambulant betreuten Wohnen einen Lebensraum.

Hinzu kommt eine Frühförder- und Beratungsstelle, in der jährlich etwa 130 Kinder gefördert werden. „Der Bedarf in diesem Bereich nimmt zu“, stellte die Vorsitzende fest, „etwa 60 bis 70 Prozent der Kleinkinder weisen heutzutage Verhaltensauffälligkeiten oder Verhaltensstörungen auf.“

Auf ein Markenzeichen der Behindertenhilfe wies Vorstandskollege Walter Fricke (Foto: 1.v.r.) hin: „Wir wollen, dass bei uns die Menschen betreut werden, die auch hier im Vogelsbergkreis wohnen und leben.“ Dies sei auch etwa zu 95 Prozent der Fall. Sozialräumlichkeit, wie sie in der Jugendhilfe seit einigen Jahren verstärkt gefordert und umgesetzt werde, sei also schon „seit jeher Programm“.

Kritisch sieht die Behindertenhilfe, dass der Übergang in die Schule einen Bruch in der Betreuung darstelle, weil erst nach der Schulzeit die Angebote der Behindertenhilfe wieder in Anspruch genommen werden. Auch im Hinblick auf die gemeinsame Beschulung aller Kinder wurden Bedenken geäußert und diskutiert: Es sei fraglich, ob man dort im Falle von schwerst-mehrfachbehinderten Kindern allen gerecht werden könne, so Fricke.

Und Dr. Mischak pflichtete bei, man habe die politische Umsetzung „gut gemeint aber nicht in jeder Hinsicht gut gemacht“; es brauche dazu auch die Ausstattung mit einem angemessenen Lehrkörper“.

Mit großem Interesse verfolge man die bisherigen Sozialraumkonferenzen und könne sich gut vorstellen, im sogenannten „Planungsraum Süd“ – also im Heimatgebiet der Behindertenhilfe Herbstein – „mit voran zu gehen und dort tätig zu werden“, so Fricke. Für Jugenddezernent Dr. Mischak und Jugendamtsleiterin Scherer eine gute Nachricht, hat die bhvb doch erst im vergangenen Jahr Neuland betreten und Wohnraum für sogenannte „unbegleitete minderjährige Ausländer“ geschaffen.

„Wir waren froh darüber, dass Sie damals als erster Träger im Kreis unseren Hilferuf gehört und uns bei der Unterbringung geholfen haben“, lobte Dagmar Scherer. Im Bereich der Jugendhilfe war die bhvb zuvor nicht tätig gewesen.

Das im Kreis schon recht breite Angebotsspektrum in der Jugendhilfe sei dadurch um einen neuen Träger bereichert worden. Weitere Planungen diesbezüglich hat die bhvb schon fast abgeschlossen: Für die Zeit nach dem 18. Geburtstag sollen für die jungen Menschen Wohnmöglichkeiten „für das Selbstständigwerden“ geschaffen werden.

Dass die Menschen in den Werkstätten von langjährigen und intensiven Unternehmenskontakten der Behindertenhilfe profitieren, erläuterte Vorstandsmitglied Frank Haberzettl (Foto: 2.v.r.), der Leiter des Fachbereichs Arbeit und Bildung, beim anschließenden Rundgang: „Wir sind gut vernetzt mit bis zu 300 Betrieben. Das hilft uns dabei, Aufträge für unsere Werkstatt zu akquirieren, aber ebenso beim Finden von Praktikums-, Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für unsere Klienten.“

Beispielsweise werden für KAMAX Schrauben sortiert und verpackt, es werden Garten- und Landschaftspflegearbeiten übernommen, und für den Verein Lutherweg konnte das Holzbau-Team sämtliche Bänke und Tische für erholsame Wanderrastplätze herstellen.

Quelle: Pressestelle Vogelsbergkreis

2018 Vogelsberg