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Energie & Natur

Terra Vogelsberg: Ein riesiges Geotop und anderer Unsinn

Der sagenumwobene Geiselstein im Oberwald (c) Brigitta Möllermann

Der sagenumwobene Geiselstein im Oberwald (c) Brigitta Möllermann

20 Minuten privat aufgenommene Videos im Stile des bekannten Tierfilmers und Abenteurers Andreas Kieling können ziemlich lang(-weilig) werden, wenn man weiß, dass solche "Abenteuer" in unserem Vogelsberger Outback genauso gestreckt wurden, wie Kokain mit Mehl. Obwohl natürlich unsere stille Natur im nahezu unbewohnten Hohen Vogelsberg ehrfürchtig macht und einem echten CitySlicker (Großstadthelden) durchaus richtig unheimlich werden könnte - schon alleine wegen der herum streifenden Wildschweine ;-)

Ein Beispiel aus YouTube

Sacki, ein selbst ernannter Überlebensspezialist aus der kleinen Mainmetropole Hanau am Main, hat in unserer Region - einem seiner Meinung nach "2500 qkm großen Geotop" (!) - einen Aussichtsturm mit "verdammt viel Wald rundherum" gefunden und zeigt wahrlich Respekt vor unserem fast ausgetrockneten Hochmoor. Ganz zufällig findet er den (beschilderten) Landgrafenborn nahe der Niddaquelle - gerade eben noch, bevor er verdurstet (siehe Vogelsberger Hausstrecke: Rundwanderweg H :-)  - Teil 1: LINK

Fast ebenso gnadenlos wild geht es im zweiten Teil seiner Rund(-Tour) durch den Oberwald zu, wo er ein Feuer anzündet (Was sagt der Förster dazu?) und im Freien (echt jetzt?) unter einer Plane auf der feuchten Erde übernachtet. Am Morgen schafft er es tatsächlich im leichten Nebel die Stufen ganz hinauf bis auf den Geiselstein und findet am Ende des Filmchens sein Auto nur zwei Kilometer weiter am Parkplatz neben der Landstraße beim Restaurant Taufsteinhütte wieder. Teil 2: LINK.

Rundwanderweg H - Übersichtskarte (c) Brigitta Möllermann

Rundwanderweg H - Übersichtskarte (c) Brigitta Möllermann

Für den Bereich, den Sacki sich ausgesucht hat, benötigt man kein GPS, so lange man nicht verbotenerweise im Natursschutzgebiet "über Stock und Stein" oder kreuz und quer durch den Wald marschiert. Das Touristengebiet (siehe Karte) ist recht gut beschildert. (Die Tiere des Waldes sind froh, wenn alle Touristen wieder fort sind.) Und außerdem ist die Gegend zwischen Taufstein, Hoherodskopf und Niddaquelle in Brigitta Möllermann Reise- und Erlebnisführer "Rund um den Hoherodskopf" sehr ausführlich beschrieben. Alle Highlights im "märchenhaften Wald" am Höhen-Rundwanderweg H wurden darin nacheinander aufgelistet.

Auszug: Höhenrundwanderweg H im Oberwald

Acht Kilometer durch den Naturpark führt diese Wanderung, eine Runde, die man auch in "Schlappe", also Hausschlappen, laufen könnte, wie manch einer es auszudrücken beliebt. Größere Steigungen sind nicht zu erwarten, nach zwei bis drei Stunden ist man zurück am Ausgangspunkt. Das grüne H begleitet den Wanderer, vorbei an Naturschutzgebieten im Hohen Vogelsberg, den Forellenteichen, einem Hochmoor, der Quelle des Flüsschens Nidda und einem Blockfeldern aus Basaltsteinen.

Es heißt, auch im Winter sei der Weg gut zu begehen. Doch wenn der Hohe Vogelsberg mit Schnee bedeckt daliegt und weder Weg noch Steg zu erkennen sind, kann man von den Teichen oder von der Goldwiese nicht viel sehen. In diesen Zeiten genießt man etwas anderes: die Weite des Himmels, die Ruhe und das unwahrscheinlich strahlende Weiß zwischen den Bäumen in einem weihnachtlichen Bilderbuchland.

Stellen Sie Ihr Auto auf dem großen Parkplatz an der Kreuzung Ringstraße Hoher Vogelsberg / Breungeshain ab. Rechts an der "Taufsteinhütte" vorbei starten Sie zu Ihrer Wanderung. Im Winter werden Sie hier eiligen Langläufern begegnen, die über die Zufahrt des Restaurants zur Hainerwald-Loipe unterwegs sind. Während der Sommersaison spazieren Paare und Familiengrüppchen aus der Umgebung den markierten Weg entlang, eine kleine Runde durch den Oberwald gehört zum Nachmittagsausflug am Wochenende für viele Vogelsberger dazu.

... ff.

Falls es unterwegs nicht geregnet hat und Sie eiligen Schrittes, fast rennend, die Runde über aufgeweichte Waldwege gemacht haben, werden Sie am Ende sicher, voll getankt mit guter Luft und hochzufrieden, irgendwo einkehren. Wundern Sie sich nicht über die Stille draußen, wenn Sie die Heimfahrt antreten wollen. Wie auf Verabredung sind alle nach Hause gegangen. Nach Einbruch der Dunkelheit scheinen die Straßen des Hohen Vogelsberges wie leergefegt. Genießen Sie den Mond und den hohen, tintenschwarzen Sternenhimmel über Ihnen. Sie haben ihn fast für sich alleine - bis auf die wenigen Nachzügler, die Ihnen begegnen, oder möglicherweise ein paar Tiere des Waldes, die auf Futtersuche die Landstraße überqueren.

Quelle: VulTOUR - Vogelsberg Spezial <-KLICK

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2018 Vogelsberg