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Energie & Natur

Das eigene Kraftwerk im Keller

Vogelsberg: Solarfeld bei Ober-Moos (c) Brigitta Möllermann
Vogelsberg: Solarfeld bei Ober-Moos (c) Brigitta Möllermann

Dezentraler Energiespeicher: Weg von fossilen und atomaren Energieerzeugern - hin zu regenerativen Energien ist das Ziel der Deutschen. Ein Problem dabei ist die Speicherung des erzeugten Stroms. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) erläuterte Jens Gröschner das „Hauskraftwerk EnerStore“. Der Schaltschrank mit den Batterien eines 20 KW/h-Speichers passt in jeden Keller. Der Strom der eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach kann gespeichert und zeitversetzt bei fehlendem Sonnenschein wieder verbraucht werden. Mit einer PV-Anlage von 8 KWp kann ein Vierpersonenhaushalt damit über 70 Prozent seines Energie-Jahresverbrauchs selber erzeugen.

Ein wichtiges technisches Merkmal ist die 3-phasige Ausgangsspannung von 3x230 Volt Wechselstrom. „Damit kann jede Steckdose bedient werden“, so Gröschner. Es lassen sich Drehstrommotoren antreiben oder die Batterie des eigenen Elektroautos schneller aufladen.

Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie in Modulbauweise ermöglicht bis zu 8000 Ladezyklen. Die Entladung beträgt 89 Prozent. Bei 300 Zyklen pro Jahr beträgt die Lebensdauer mehr als 20 Jahre. Da die Batterie physikalisch nicht brennen kann, benötigt der Anwender auch keine Brandschutzeinrichtungen. Jede Batteriezelle wird einzeln überwacht, was eine Überlastung einzelner Zellen ausschließt und ein sauberes Auf- und Entladen ermöglicht.

Crainfeld: Viele Hausbesitzer im Vogelsberg setzen auf Solarenergie (c) Brigitta Möllermann
Crainfeld: Viele Hausbesitzer im Vogelsberg setzen auf Solarenergie (c) Brigitta Möllermann

Ist die Batterie voll, wird der zusätzlich produzierte Strom in das Stromnetz eingespeist. Mögliche Energiequellen sind neben einer PV-Anlage, eine Kleinwind-Anlage oder ein Blockheizkraftwerk.

Noch sind solche Stromspeicher relativ teuer und nur für denjenigen wirtschaftlich zu betreiben, der seine PV-Anlage nach 2009 installiert hat. Mittelfristig muss man aber von weiter steigenden Strompreisen ausgehen, so Gröschner. Gleichzeitig würden die Preise für PV-Anlagen und die Einspeisevergütung weiter sinken. Dann würde der selbst erzeugte Strom billiger als der von einem Energieversorgungsunternehmen.

Für die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel liegt ein Schlüssel für die Energiewende in dezentralen Speichersystemen speziell auch für den eigenen Haushalt. So ist es am günstigsten, den Strom dort zu erzeugen, wo er verbraucht wird. Von den 4.500 Kilometern der geplanten Hochspannungstrassen würden dann nur wenige benötigt.

Quelle Text: EES, Fotos: Brigitta Möllermann

2018 Vogelsberg