Energie & Natur

Steht das Schwein auf einem Bein...

Kategorie: Energie & Natur

Bäuerliche Idylle im Freilichtmuseum Hessenpark: Mutterschwein mit Ferkeln (c) Brigitta Möllermann

Bäuerliche Idylle im Freilichtmuseum Hessenpark: Mutterschwein mit Ferkeln (c) Brigitta Möllermann

Landwirt zu sein ist in der heutigen Zeit längst nicht mehr einfach. Wirtschaftliche Zwänge bestimmen das Dasein und nun auch noch das: Das Bundesumweltministerium gibt Sprüchlein mit neuen Bauernregeln heraus, die etwas mit unserer Natur und deren Schutz zu tun haben. Die Kärtchen sehen aus wie zart bestickt, lösen jedoch seit ein paar Tagen heftige Streits aus. Humorlos kann man sie nicht nennen, doch sie treffen.... und logo, dass der Hund bellt.

Sich eine Meinung bilden - selbst lesen - Download: HIER <-KLICK.

Die Bauern fühlen sich angegriffen und finden es überhaupt nicht lustig, dass so eine Informationskampagne - eventuell auch noch mit großformatigen Plakaten - sie ins falsche Licht rücken könnte. Sofort kontern sie und reimen zur Gegenwehr heftig dagegen an. Das Landwirtschaftsministerium ruft derweil schon mal nach Rücktritt von Ministerin Hendricks und verlangt sogleich eine öffentliche Entschuldigung.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks äußert sich zur Kampagne "Gut zur Umwelt. Gesund für alle." und ruft zu einem breiten Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft auf.


Und das bitteschön mit gegenseitigem Respekt

Kommentar von Brigitta Möllermann

Da sagte neulich jemand zu mir: "Die Leute wollen es doch gar nicht wissen." und meinte ebendiese Probleme, die sich zwischen Naturschutz-Belangen und intensiver Landnutzung auftun.

Ich bin der gegenteiligen Meinung und glaube, man informiert die Öffentlichkeit nicht genug, das heißt umfangreich und mit neutralen Fakten.

Heftige "Aufschreie" von Politikern, die anscheinend ganz selbstverständlich zu deren Alltag gehören, nützen einer sachlichen Diskussion in diesem Fall überhaupt nicht. Da wird jetzt von einer "Hetzkampagne", von Beleidigung und Diffamierung eines Berufsstandes lauthals getönt, und angeblich würden durch solche Sprüche "Feindbilder" aufgebaut: Das Umweltministerium solle sich schämen.

Wer jedoch mit offenen Augen nicht nur durch den Supermarkt geht, sondern auch die Natur beobachtet, kann sehen, dass die in den "Bauernregeln" genannten Tatsachen nicht von der Hand zu weisen sind.

Wir beklagen das Bienensterben, die übermäßigen Raps- und Mais-Monokulturen, die den Boden auslaugen und züchten damit sogar noch unnatürlich große Wildschweinpopulationen heran. Es gibt kaum noch Brunnen in Deutschland mit einwandfreiem Wasser ohne Nitrat. Über frisch "gedüngten" Feldern zwitschern längst keine Lerchen mehr. Auch Rebhühner, Fasane und Feldhasen gehören seit Jahren nicht mehr selbstverständlich ins ländliche Bild.

Gut zu wissen, dass zwei Europäische Bürgerinitiativen dagegen gerade heftig anstrampeln: HIER <-KLICK.

Was meines Erachtens zu viel Brisanz in die notwendige Diskussion Landnutzung und Naturschutz gebracht hat, sind die negativ geprägten Aussagen der Bauernregeln mit solchen Worten wie

Die elfte ist anders - positiver - verfasst: "Bleibt das Ackergift den Feldern fern, sieht der Artenschutz das gern."

Tja, ein Kommunikationstrainer hätte vielleicht helfen können, nicht so verärgert aufzutreten und die Gegenseite nicht "niedergemacht" zum Dialog einzuladen :-)))