background
logotype
image1 image2 image3 image4 image5 image6 image7 image8 image9 image10 image11 image12

Energie & Natur

Die Kehrseite des Veranstaltungstourismus

April 2016: VulCaniCross Lager an der Taufsteinhütte (c) Brigitta Möllermann

April 2016: VulCaniCross Lager an der Taufsteinhütte (c) Brigitta Möllermann

An manchen Wochenenden geht es den Tieren im Natur-geschützten Oberwald nicht gut. Beim CaniCross-Wochenende an der Taufsteinhütte im April werden sie genauso wie beim "Sturm auf den Vulkan" zum 1. Mai bzw. dem Mountainbike-Marathon von Schotten hoch zum Hoherodskopf in ihrem Lebensraum aufgeschreckt. Hunde, Menschen auf Rädern und Autos preschen auf der Jagd nach einem Pokal durch ihr bewaldetes Wohn- bzw. Schlafzimmer.

2,5 Tage: Wettläufe mit Hund durch den Wald in Richtung Forellenteiche (c) Brigitta Möllermann

2,5 Tage: Wettläufe mit Hund durch den Wald in Richtung Forellenteiche (c) Brigitta Möllermann

An allen anderen Sonnensonntagen sind es "nur" die vielen Spaziergänger auf den Waldwegen im Naturschutzgebiet sowie die abgestellten Blechkarossen entlang der Zufahrtsstraßen zum Hoherodkopf, die stören.

Für die Veranstaltung "CaniCross" freute sich Werner Schaub vom Verband Deutscher Schlittenhundesport Vereine e.V. (VDSV): "VulCanicross – von Null auf (Drei) Hundert! Wer hätte vor vier Jahren gedacht, dass der VulCanicross am Vogelsberg zu einem der renomiertesten Off-Snow Veranstaltungen in Mitteleuropa avancieren würde?" Quelle und mehr: http://vdsv.de/#imgruenen.

Rolling Home Übernachtung: Warm und trocken trotz Schneegegriesel (c) Brigitta Möllermann

Rolling Home Übernachtung: Warm und trocken trotz Schneegegriesel (c) Brigitta Möllermann

Die Folge: Alle Parkplätze stehen voller Wohnwagen und Wohnmobile. Neben der Jugendherberge wird gezeltet. Mancher Teilnehmer, der die Hunde im Auto lassen kann, schläft vielleicht auch im festen Bett in den umliegenden Beherbergungsbetrieben.

Die ganz Harten zelten im Garten der Jugendherberge (c) Brigitta Möllermann

Die ganz Harten zelten im Garten der Jugendherberge (c) Brigitta Möllermann

Einerseits ist es wirklich wünschenswert, dass der Vogelsberg als Destination entdeckt und besucht wird. Andererseits fällt das Maßhalten wohl schwer und ist lange noch nicht selbstverständlich. Derweil wird immer voller auf unserem Hausberg. Dieses (einzige?) Ziel ist seit einiger Zeit ständig überlaufen - im wahrsten Sinne des Wortes. Bei schönem Wetter hätte kein weiterer Besucher eine Chance auf einen Parkplatz unterhalb des Hoherodkopfes bekommen.

Crosser am Samstag bei eisigem Wetter unter sich (c) Brigitta Möllermann

Crosser am Samstag bei eisigem Wetter unter sich (c) Brigitta Möllermann

Wäre es nicht sinnvoller, auch die weniger frequentierten Orte und nicht so streng geschützten Naturgebiete zur Ausrichtung größerer Veranstaltungen heimzusuchen? Selbst wenn dort keine Infrastur vorhanden ist. Die Vogelsberger bekommen das auf die Reihe: Sie sind durch jahrelange Übung richtige Meister im Ausweisen von Parkplätzen, beim Verlegen von temporär genutzten Wasserrohren und im Platzieren von Sanitärwagen. Auch eine Beschilderung (um die Besucher umzulenken und zu verteilen :-) wäre wohl nicht das eigentliche Problem.

Doros Kiosk auf dem Hoherodskopf ist ausnahmsweise vor Sonnenuntergang schon verwaist (c) Brigtta Möllermann

Doros Kiosk auf dem Hoherodskopf ist ausnahmsweise vor Sonnenuntergang schon verwaist (c) Brigtta Möllermann

Aufgrund polarer Witterung und mehrerer Veranstaltungen in der Umgebung, u. a. der Bergrallye in Schotten-Rainrod, hatte man den allerfeinsten Sonnenuntergangslogenplatz im Vogelsberg an diesem Samstagabend (23.04.2016) komplett für sich alleine - gut gekühlt und mit erfrischendem Schneeregen... *schmunzel*

127

2017 Vogelsberg