Awards, Tipps & Förderung

Tiere im Winter: Tipps für die Kälte

Kategorie: Awards, Tipps & Förderung
Erstellt: Mittwoch, 28. Februar 2018 11:07
Geschrieben von Brigitta Möllermann

Im stillen Vogelsberg auch tagsüber unterwegs: Fuchs im Schnee (c) Brigitta Möllermann

Im stillen Vogelsberg auch tagsüber unterwegs: Fuchs im Schnee (c) Brigitta Möllermann

Wildtiere sind gut gewappnet, doch bei den aktuell eisigen Temperaturen brauchen unsere Haustiere Schutz vor der Kälte. Obwohl die meisten niedrige Temperaturen besser vertragen, als es die Besitzer denken, können Tierfreunde Vorkehrungen treffen, damit ihre Tiere gut über die kalten Wintertage kommen.

„Hunde und Katzen sind durch ihr wärmendes Fell gut vor der Kälte geschützt“, sagt Lea Schmitz, Pressesprecherin beim Deutschen Tierschutzbund. „Im Idealfall entscheiden sie selbst, wie oft und wie lange sie sich draußen im Kalten aufhalten.“ Katzenbesitzer sollten daher darauf achten, dass Freigänger-Katzen jederzeit wieder zurück ins Haus kommen können. Für draußen ist eine zusätzliche Thermohütte sinnvoll.

Spaziergänge mit Hund sollten eher kürzer ausfallen, dafür sollte man öfter raus. Nur kranke Hunde oder Tiere mit kurzem, lichtem Fell brauchen gegebenenfalls einen artgerechten, gut sitzenden Mantel oder Pullover. Schuhe oder Socken sollten Hunde nur tragen, wenn ein Tierarzt dies angeordnet hat. Ansonsten reicht es, Hundepfoten zum Schutz vor Streusalz mit Melkfett oder Vaseline einzureiben und nach dem Gassigehen mit lauwarmem Wasser abzuspülen.

Kaninchen und Meerschweinchen, die im Freien gehalten werden, sollten die Möglichkeit haben, sich in einen frostfreien Unterschlupf zurückzuziehen. Kranke Tiere sollten im Winter nach drinnen, ältere und untergewichtige Tiere müssen beobachtet werden. Goldfische können draußen überwintern, wenn der Teich mindestens 80 Zentimeter tief ist und nicht komplett zufriert, damit ausreichend Sauerstoffzufuhr besteht.

Wildtiere kommen in der Regel gut mit der Kälte zurecht

Bei Wildtieren ist die Sorge bei niedrigeren Temperaturen meist unbegründet. Rehe können etwa bei starker Kälte ihren Stoffwechsel herunterfahren und Füchse kommen aufgrund ihres wärmenden Winterfells mit eisigen Temperaturen gut zurecht.

Vögel schützen sich unter anderem, indem sie ihr Gefieder aufplustern; Wasservögel haben eine isolierende Unterhautfettschicht. In harten Wintern oder bei zu wenig natürlichem Nahrungsangebot kann jedoch, zum Beispiel bei Vögeln oder Eichhörnchen, eine Zufütterung mit artgerechtem Futter helfen, zusätzliche Energie zum Schutz gegen die Kälte zu liefern.

Quelle Text: Deutscher Tierschutzbund e.V.


Tipps vom NABU: Wie Tiere draußen klarkommen

Enten auf dem winterlichen Kurparkweiher in Grebenhain-Hochwaldhausen (c) Brigitta Möllermann

Enten auf dem winterlichen Kurparkweiher in Grebenhain-Hochwaldhausen (c) Brigitta Möllermann

Die heimischen Wildtiere trotzen der Kälte in der Regel. Der Mensch kann sie unterstützen, indem er Tiere nicht unnötig stört und für das Frühjahr gute Bedingungen schafft, zum Beispiel mit einem naturnahen Garten und dem Aufhängen von Nistkästen.

„Der Kälteeinbruch ist keine ernste Gefahr für die langfristige Bestandsentwicklung überwinternder Vogelarten oder früh zurückkehrender Zugvögel“, sagt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann. Für die Vögel hierzulande sei der Spätwinter zwar die kritischste Phase des Jahres, da leicht zugängliche Nahrung langsam knapp wird. Doch muss man sich um ihre Populationen keine Sorgen machen.

„Diese Arten sind seit Jahrtausenden daran angepasst, kalte Winter zu überleben oder Verluste schnell wieder auszugleichen. Bei vielen Arten, verbringt ein Teil der Vögel den Winter bei uns, der Rest zieht weg. Damit ist sichergestellt, dass – egal wie hart der Winter wird – immer eine der beiden Gruppen, die beste Strategie gewählt hat. Der Körper der Vögel ist dank wärmender Daunen und dem dazwischen entstehenden Luftpolster sowie wetterfesten Deckfedern hervorragend gegen Kälte isoliert.“

Vogelarten wie Gartenbaumläufer, Wintergoldhähnchen, Zaunkönig oder Schwanzmeise machen das Naheliegende: Sie kuscheln bei Kälte, indem sie zu Schlafgemeinschaften zusammenrücken. Mehr als die Kälte wären Schnee und Eis für die Vögel gefährlich, weil sie dann größere Schwierigkeiten hätten, Nahrung zu finden.

Auch Wasservögel wie Schwäne und Enten hätten ihre Tricks, um den kalten Winter gut zu überstehen. Dass sie barfuß auf dem Eis laufen, macht ihnen wenig aus, weil ihre Beine und Füße mit einem raffinierten Wärmetauscher ausgestattet sind. Die feinen Blutgefäße liegen sehr dicht beieinander, so dass das warme Blut vom Körper und das kalte Blut von den Füßen sich gegenseitig erwärmt beziehungsweise abkühlt.

Zugvögel, die bereits seit Februar zurückkommen, wie der Star, „Vogel des Jahres 2018“, warten mit der Brutzeit, bis es wärmer wird. Sind die Vögel gerade auf dem Weg, kann es einen Zugstau geben, wenn viele Vögel ihren Zug an der Kaltwettergrenze unterbrechen.

„Oder es kommt zum Umkehrzug: die Vögel entscheiden, nochmal in wärmere Regionen zurückzukehren, was bei Kranichen oft der Fall ist“, so Lachmann. Zusätzliches Füttern ist zwar nicht unbedingt notwendig, hilft aber den bei uns ausharrenden Vögeln und macht Spaß, weil sich die Vögel dabei besonders gut beobachten lassen.

„Rehe und Rothirsche, die keinen Winterschlaf halten, sollten nicht unnötig gestört werden. Spaziergänger sollten im Wald auf den Wegen bleiben, um kein Fluchtverhalten und damit Energieverbrauch bei den Tieren zu provozieren“, sagt NABU-Referent für Umweltinformationen Julian Heiermann. Auch sollte jetzt auf den Gartenputz verzichtet werden, da Laub- und Reisighaufen beliebte Wohnungen für Winterschläfer wie Igel und Bilche sind. „Sonst werden Igel gestört, die erwachen und umherirren könnten.“

Bei Höhlen, Bunkern und alten Stollen sollte auf dort überwinternde Fledermäuse Rücksicht genommen werden. „Amphibien, Reptilien und Insekten verweilen bei den aktuellen Temperaturen weiterhin in Kältestarre und warten auf wärmere Tage“, so Heiermann.

Auch Fische lassen es ruhig angehen. „Sie ziehen sich zum Gewässergrund zurück und fallen in eine Form der Winterstarre mit reduziertem Stoffwechsel, wie zum Beispiel Karpfen und viele andere Weißfische. Die Kälteanomalie des Wassers sorgt dafür, dass zumindest etwas tiefere Gewässer nicht zufrieren, sondern sich am Grund eine Temperatur von etwa vier Grad einstellt“, sagt NABU-Meereschutzexperte Kim Detloff. Schleie oder auch Aale graben sich sogar im Schlamm ein.

Quelle Text: NABU