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Aktuelles im Vogelsberg

Schalksbachteiche ökologisch - in Deutschland einzigartig

Für die Schalksbachteiceh: Gutes Zusammenwirken der Akteure (c) Vogelsbergkreis
Von links: Paul Graf Westerholt (Eigentümer des Geländes), Projektleiter Christian Merle (Amt für den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises, ALR), bisheriger Landrat Rudolf Marx, Amtsleiter Karl-Peter Mütze (ALR) und Diplom-Biologe Dr. Wolfgang Dennhöfer (BUND). Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis

Die Schalksbachteiche im Wald zwischen Herbstein und Hopfmannsfeld sind ein wertvolles Biotop von deutschlandweiter Bedeutung. Ihre Artenvielfalt in Flora und Fauna ist geradezu atemberaubend. Damit dies so bleibt, wurden bereits im letzten Herbst umfangreiche Maßnahmen begonnen, die die Teichwirtschaft als auch ihre Unberührtheit sichern sollen. Vor kurzem kamen Experten zusammen, um die weiteren Maßnahmen im Detail zu besprechen. Das Amt für den ländlichen Raum wurde vom Regierunspäsidium mit der Umsetzung der Maßnahmen beauftragt.

Gutes Zusammenwirken, rascher Fortschritt der Sicherungsmaßnahmen sowie das große Engagement des Eigentümers, Paul Graf Westerholt

Lautertals Bürgermeister Heiko Stock, zu dessen Gebiet die Teiche gehören, sowie Fachleute des Hessen-Forst, der Fischereibehörde, der Wasserbehörde und der Baufirma Lindner bewerteten gemeinsam mit Amtsleiter Karl-Peter Mütze (Amt für den ländlichen Raum) und dem verantwortlichen Projektleiter, Diplom-Agraringenieur Christian Merle, die bisherigen Arbeiten und das weitere Vorgehen.

Das Gebiet der Schalksbachteiche ist dreifach hochrangig zu bewerten. Es liegt im Natur- und Vogelschutzgebiet und ist zusätzlich als FFH-Fläche (Flora-Fauna-Habitat) ausgewiesen. Besonders schützenswert sind dort u. a. das „Pfeifengras“ wie auch die Wasser- und Sumpfpflanzengesellschaften.

Biologe Dr. Wolfgang Dennhöfer vom BUND Vogelsberg gab einen wissenschaftlichen Überblick über die Besonderheit dieser Teichlandschaft: Ein Teich bzw. Weiher als „See ohne Tiefe“ könne einzigartige Dynamiken der Artenvielfalt entfalten, vor allem durch extremen Nährstoffaustausch. Der Reichtum der Arten beeindruckt Experten und Naturliebhaber. Tausende unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten machen die Bedeutung der Teiche aus. Überdies rasten hier viele Zugvögel, zum Beispiel der Fischadler.

Projektleiter Christian Merle nannte als wichtigstes Ziel der umfangreichen Maßnahmen, die insgesamt 36.500 Euro kosten werden: „Aus Sicht des Naturschutzes müssen diese Teiche langfristig erhalten werden“. Kernstück der Baumaßnahme ist die Sanierung des „Mönchs“, eines regulierbaren Ablaufbauwerks. Durch den Ablauf mittels Rohrleitung auf Höhe des Teichbodens ist eine Einstellung des Teichwasserspiegels möglich - bis hin zur vollständigen Trockenlegung. In den vergangenen Monaten wurden bereits Zufahrten zu der geplanten Baustelle angelegt. Merle hob am Ende noch einmal besonders hervor, dass der Eigentümer Graf Westerholt 10.000 Euro aus eigener Tasche in das Nachhaltigkeitsprojekt zuschieße.

Quelle Text: Vogelsbergkreis, Foto: Erich Ruhl 

2018 Vogelsberg